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Bewerbung

Grundsätzlich macht es zwar einen Unterschied, ob Sie sich für eine Famulatur, ein PJ oder für eine Stelle in der Weiterbildung bewerben. Dessen ungeachtet sollten Sie immer darauf achten, dass alle notwendigen Unterlagen enthalten sind. 

Jobs finden

Hierfür ist die Pneumobörse ein sehr guter Ort. Neben dem dortigen „weißen“ Arbeitsmarkt gibt es jedoch auch den „grauen“ Markt für Stellen. Dieser graue Markt funktioniert über persönliche Kontakte und Kontaktaufnahme. Hier hilft z. B. die Zugehörigkeit in der Pneumologischen Fachgesellschaft, das eigene Engagement in einer Sektion oder Arbeitsgruppe, z. B. bei der „Digital Strategie“ oder der Nachwuchsförderung. Es ist sinnvoll, die Möglichkeiten eines Studierenden zu nutzen und kostenfrei an einem Pneumologie-Kongress teilzunehmen und dort mit Kollegen in Kontakt zu kommen. Oftmals erfahren Sie so, wo interessante Weiterbildungsstellen frei werden oder welcher Forscher oder Chefarzt sich besonders für ein Thema engagiert, welches Sie interessiert. Die Kongresspräsenz der DGP bietet einen guten Rahmen, um in Kontakt zu kommen! Fragen hilft. 

Pflegepraktikum

Das Pflegepraktikum wird meist von der Studienkoordination oder dem Studienbüro der jeweiligen Universität vergeben. Mehr Informationen zur Pflegepraktikum finden Sie hier.

Famulatur

Im Falle von Famulaturen werden die Bewerbungen von Haus zu Haus und Praxis zu Praxis unterschiedlich gehandhabt. Im stationären Bereich werden Famulaturen meist ohne festen zeitlichen Rahmen ganzjährig angeboten. Die Bewerbungen sind oftmals formlos und können bereits mit einem Telefonanruf gestartet werden. Überhaupt empfiehlt es sich, eine Liste der infrage kommenden Häuser oder Praxen zu erstellen und anzurufen. Falls Sie keinen direkten Ansprechpartner finden (z. B. das Sekretariat des Chefarztes der Abteilung), rufen Sie in der Pforte an und lassen Sie sich verbinden. 

 

In Arztpraxen genügt oftmals ein netter Anruf, am besten nachmittags kurz vor Beginn der Öffnungszeiten. 

 

Die geforderten Unterlagen beschränken sich meist auf: 

  • Kopie des Zeugnisses der bestandenen Ersten Ärztlichen Prüfung (M1) 
  • einen kurzen Lebenslauf
  • Kopie des Transskripts der bisherigen Studienleistungen (erhalten Sie meist bei der Studienkoordination oder dem Dekanat)
  • Immatrikulationsbescheinigung

Praktisches Jahr (PJ)

Die Anzahl der Plätze ist beschränkt – bisher sind uns allerdings noch keine Fälle bekannt geworden, in denen Medizinstudierende keinen PJ-Platz erhalten hätten. 

Ein externes PJ ist nur an einem Lehr­kranken­haus oder in einer Lehrpraxis möglich – es empfiehlt sich daher, sich auch bei der eigenen Heimat­universität zu bewerben (siehe auch Praktisches Jahr). Die meisten Fachbereiche und Dekane führen Listen, welche Institutionen die Vorgaben der Heimatuniversität für das Praktische Jahr erfüllen.

Sollte das Wunschklinikum oder die Wunschpraxis NICHT auf der Liste stehen, müssen Sie sich bei der für Sie zuständigen Landesärztekammer informieren. Gerade bei Auslandsaufenthalten empfiehlt sich dies frühzeitig zu tun (ein Jahr Vorlauf ist keine Seltenheit). Detailliertere Informationen finden Sie unter dem Menüpunkt Praktisches Jahr.

 

Inzwischen gehen Lehrkrankenhäuser und Lehrpraxen dazu über, die PJ-Stellen auch auszuschreiben. Ausgeschriebene Stellen finden Sie in der Pneumobörse.

 

Für die Bewerbung benötigen Sie meist folgende Unterlagen: 

  • Anschreiben/Motivationsschreiben
  • Kopie der Zulassung für das PJ 
  • Kopien der Zeugnisse über die bestandene Erste und Zweite Ärztliche Prüfung (M1, M2)
  • Kopien der Zeugnisse und Nachweise für die Famulatur (Anrechnungsbescheid des Landesprüfungsamtes)
  • Transkript der bisherigen Studienleistungen 
  • Immatrikulationsbescheinigung 

Je nachdem, wie Ihre Bewerbung aufgenommen wurde und wie der Modus Operandi der Institution ist, werden Sie noch zu einem Interview eingeladen. 

Weiterbildung

Im Fall von Weiterbildungen bewerben Sie sich auf eine reguläre Arztstelle. Ihre Bewerbung ist also eine ganz normale Bewerbung auf einen Arbeitsplatz.

Neben den Faktoren wie Ort oder Vereinbarkeit von Beruf und Familie spielt meist auch das Einkommen eine wichtige Rolle. Bei Trägern der öffentlichen Hand gibt es gültige TVÖD – Tarifverträge des Öffentlichen Dienstes. Das darin festgeschriebene Gehalt bzw. die Gehaltsspanne kommt zum Tragen. Aufgrund von Zusatzleistungen und Lebenshaltungskosten kann jedoch eine Stelle mit einem niedrigeren Grundgehalt am Ende unter monetären Gesichtspunkten „profitabler“ sein. 

 

So sieht der Prozess einer Bewerbung, z. B. bei einem Maximalversorger oder einem Universitätskrankenhaus, aus: 

  1. Die Station bzw. der Chefarzt informiert die Personalabteilung über eine Stelle und gibt häufig ein Stellenprofil an.
  2. Die Personalabteilung schreibt aus – je nach Stelle ist dann die Personalabteilung oder die Station / der Chefarzt Empfänger der Bewerbung. Achten Sie darauf, wer in der Stellenausschreibung als Ansprechpartner genannt wird. An diesen richten Sie dann Ihre Bewerbung. 
  3. Sämtliche Bewerbungen werden gesichtet. Dabei können auch Kriterien eine Rolle spielen, die sich eher auf die Station und das Team beziehen als auf Sie persönlich (beispielsweise Anteil männlich/weiblich/divers).
  4. Vorauswahl der geeigneten Bewerber 
  5. Einladung zum ersten Gespräch
  6. Informationen an den Personalrat 
  7. evtl. Einladung zum zweiten Gespräch 
  8. bei positiver Zusage: Abstimmung mit dem Personalrat, Anforderung diverser Unterlagen bei Ihnen, Anstellung nach Zustimmung durch Chefarzt, Personalrat, Personalabteilung 

Kurz: Es kann etwas Zeit verstreichen von der erfolgreichen Bewerbung bis zur Einstellung. 

Tipps

  • Klassische Forderungen an eine Bewerbung sind Vollständigkeit und Aussagekraft. 
  • Bild oder kein Bild? Zwar verzichten inzwischen einige Bundesbehörden auf Bilder, doch sind Fotos in Bewerbungen immer noch gang und gäbe. Im Zweifelsfall einfach anrufen und nachfragen. 
  • Motivationsschreiben: Stellen Sie sich vor, Sie müssten 30 Bewerbungen mit denselben Floskeln lesen. Sollten Sie also ein Motivationsschreiben hinzufügen bzw. in einem Anschreiben erklären wollen, wieso Sie sich bewerben, informieren Sie sich vorab über die Station und das Haus oder die Praxis. Wenn Sie sagen können, wieso ausgerechnet diese Stelle in diesem Haus oder dieser Praxis Sie anspricht, zeigen Sie echtes Interesse. 

Geschafft? Dann noch das Interview...

Es gibt keine gültigen Regeln für ein Interview. Oftmals werden von großen Häusern Assessment­center eingeschaltet – das letzte Wort hat jedoch der zuständige Chefarzt. Daher findet das Interview häufig erst am Ende eines Bewerbungs­prozesses statt. 

Ziel dieser Interviews ist es, Sie kennen­zulernen. Der Chefarzt will erfassen, ob Sie mit Ihren Kompetenzen und Ihrer Persönlichkeit in das Team passen. Auch in Stresssituationen muss die Station funktionieren und das Wohl der Patienten sichergestellt sein. Dasselbe gilt natürlich auch umgekehrt: Auch Sie müssen einschätzen, ob Sie sich vorstellen können für diese Person zu arbeiten. Zusätzlich erhalten Sie in einem Interview die Möglichkeit, sich vertiefend zu informieren und einen Eindruck von der Station und Ihren potenziellen zukünftigen Kollegen zu erhalten. Bereiten Sie sich auf ein Interview immer vor! Fragen, die Sie in einem Interview stellen könnten, sind beispielsweise: 

  • Wie sieht das Behandlungsspektrum aus? 
  • Wer ist der Weiterbildungsbevollmächtigte? 
  • Gibt es ein genaues Curriculum mit entsprechenden Checklisten oder Logbüchern? 
  • Gibt es hausinterne Fortbildungen? 
  • Wie viele Fortbildungstage werden genehmigt bzw. bezahlt?
  • Falls Sie sich für die Forschung interessieren: Gibt es Möglichkeiten, sich an Forschungsprojekten zu beteiligen oder eigene Forschungsprojekte zu initiieren?
  • Wie sehen Dienstmodell, Arbeitszeiten, Dienste aus? 
  • Gibt es ein Schreibbüro oder müssen Sie die Briefe selbst schreiben? 
  • Gibt es Arbeitsentlastung durch Absolventen des PJ? 
  • Und dann gibt es natürlich noch das ganze Spektrum der Benefits zu klären: 
  • Parkplätze, ÖPNV, Essen, Kleidung ... in der Pneumobörse können Sie sich vorab aber schon gezielt informieren, ob und ggf. welche Benefits ein Haus oder eine Praxis bietet. 
  • Gibt es gemeinschaftliche Aktionen der Station? 

Initiativbewerbungen

Neben der Bewerbung auf ausgeschriebene Stellen gibt es natürlich auch die gezielte persönliche Bewerbung bei dem Chefarzt, für den Sie unbedingt arbeiten wollen. Wenn dem so ist – jeder freut sich über solche Bewerber! 

Im Zweifelsfall hilft meist ein freundliches Telefonat weiter – nur sollten Sie ausschließlich Dinge erfragen, die nicht direkt auf der Webseite des Hauses, der Praxis oder der Station stehen.